Das ist die Kuhle Wampe Belfort aus Braunschweig

Erst war das Colour, dann der Name Belfort. Die kleine Geschichte der Brigade Belfort.


Als sich zur Jahrtausendwende einige Mitglieder / Sympis aus dem KW Club Braunschweiger Originale entschlossen einen eigenen Club zu gründen war zu erst das veränderte Colour (Rückenteil) vorhanden.
Dieses dreiteilige Colour war eine klare Ansage an die und in der übrige(n) lokale(n) „Old School – MC Szene“.
Wir sind linke Rocker (m/w/d) nicht einfach „nur“ organisierte linke Motorradfahrer:Innen und sind damit ein klarer Gegenentwurf im Zusammenleben und der damit verbundenen Außenwirkung des neuen Clubs in dieser MC-Szene mit seinen patriarchal-hierarchischen Strukturen und dem entsprechenden Denken dazu.


Nach einiger Suche, immer noch ohne Clubnamen, nach einem geeigneten Stammlokal zum regelmäßigen Treffen (s. auch der Schuh des Manitu), wurden wir im westlichen Ringgebiet Braunschweigs mit dem Gambit am „Frankfurter Platz“ fündig. Schnell wurden wir vom Wirt liebevoll adoptiert und zu einem Teil des Kiezes, zumal damals rund um den besagten Platz auch einige Mitglieder des Clubs wohnten.
Zu dieser Zeit versuchte eine stadtbekannte Nazi-Gruppe den Frankfurter Platz als ihr Revier zu proklamieren. Der Club unterstützte die Anwohner:Innen in Kooperation mit der lokalen Antifa und der Braunschweiger VVN/BdA in ihrem Kampf gegen diese Umtriebe.
Letztendlich mussten die Nazis ihren Traum einer „national befreiten Zone“ am/um den Frankfurter Platz nach einigen auch sehr harten Konfrontationen sang- und klanglos aufgeben.


Aus dieser Geschichte entstand dann der Name des neuen Braunschweiger Clubs „Brigade Belfort“.
„Brigade“ hier nicht im militärischen Sinne, sondern im sozialistischen/kommunistischen Denken als Einheit im solidarischen Zusammenleben und kollektiven Handeln.
„Belfort“ ist der inoffizielle Name des Stadtteils um den Frankfurter Platz und leitet sich von einer französischen Festung ab, die sich im deutsch-französischen Krieg (1870/1871) trotz schwerer Belagerung (über 100 Tage) den preußischen Truppen erst zum Ende des Krieges ergab.
Die zurückkehrenden Braunschweiger Soldaten (in preußischen Diensten) benannten ihren proletarisch geprägten Stadtteile inoffiziell nach dieser Festung. Sie wollten damit Einheit und Stärke ihrer sozialistisch-kommunistisch bestimmten Kommune zum Ausdruck bringen. Und das haben sie auch wortwörtlich geschafft, selbst nach der Machtübertrag an die Nationalsozialist:Innen konnten sich deren Schlägertrupps (SA/SS) lange Zeit nur in Marschkolonnenstärke in dieses Arbeitet:Innen-Viertel wagen.
Heute lebt kein Mitglied der Brigade mehr im besagten Stadtteil, der im Laufe der Zeit stark gentrifiziert wurde und auch das Gambit ist endgültig Gesichte. Die Kleiderordnung des Clubs ist heute deutlich lockerer als damals. Wer kein Colour fahren will oder lieber die Verbandspizza tragen möchte kann dies gerne nach Aufnahme in den Club selber entscheiden. Demnächst wird das Colour (Rückenteil) der Brigade, nach einstimmigen Beschluss, noch um den Clubnamen ergänzt (s. Foto).


Mittlerweile sind neue (Jung-)Nazis am/um den Frankfurter Platz wieder aktiv und haben es geschafft dort ein nach außen „neutrales“ Tattoo-Studio zu etablieren. Geschichte wiederholt sich im Kleinen wie im Großen leider doch und genau deshalb bleibt die Brigade ihrem Motto treu:
„si el presente es de lucha el futuro es nuestro!“ (Che)

KHE

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